C Produktion
Klasse

WZ-Klasse 11.06 – Herstellung von Malz

Die Malzherstellung nach WZ-Code 11.06.0 bezeichnet das gewerbliche Mälzen von Getreide durch gesteuerte Keimung und Trocknung.

Diese Klasse umfasst die Unterklasse 11.06.0 (gleiche Beschreibung).

Ebene Klasse
Tiefe 4/5
Untergeordnet 0
Verwandt 6
Übersicht

Informationen zu WZ-Klasse 11.06

Vollständige Bezeichnung Herstellung von Malz
Abschnitt C - Verarbeitendes Gewerbe
Abteilung 11 - Getränkeherstellung
Gruppe 11.0 - Getränkeherstellung
Klasse 11.06 - Herstellung von Malz
Integrierte Unterklasse 11.06.0
NACE Rev. 2.1 11.06
WZ 2008 Entsprechung 11.06.0
Kundensystematik 110

Compliance Risk Score

5 von 5 Faktoren bestanden

10 / 10
Wie wir diesen Score berechnen ->
Zuordnung

Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?

Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.

Ebenfalls relevant für

Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis

Vorgänger (WZ 2008)

Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .

Zugehörige Codes

Einordnung

Was umfasst der WZ-Code 11.06.0?

Die Malzherstellung nach WZ-Code 11.06.0 bezeichnet das gewerbliche Mälzen von Getreide durch gesteuerte Keimung und Trocknung. Dies umfasst die Produktion von Braumalz, Backmalz und Spezialmalzen für Brauereien, Brennereien und Lebensmittelbetriebe. Der Prozess erfordert präzise Steuerung von Feuchtigkeit, Temperatur und Zeit, um enzymatische Umwandlungen zu optimieren. Was ist der WZ-Code 11.06.0?

Der Code 11.06.0 klassifiziert die Herstellung von Malz im deutschen Klassifikationssystem Wirtschaftszweige (WZ). Er gehört zur Gruppe 11.06 (Herstellung von Getränken) und ist Teil des Abschnitts C (Verarbeitendes Gewerbe). Die Klassifikation dient statistischen Erfassungen und gewerberechtlichen Zuordnungen.

Prozessschritte der Malzherstellung

Die industrielle Malzproduktion folgt einem standardisierten Ablauf mit vier Kernphasen.

Reinigung und Sortierung des Getreides

Rohgetreide wird von Fremdkörpern, Staub und beschädigten Körnern befreit. Sortiermaschinen trennen nach Größe und Qualität, um homogene Chargen für gleichmäßige Keimung zu gewährleisten.

Weichen und Quellen

Das Getreide wird in Weichbottichen mit Wasser bedeckt, um den Feuchtigkeitsgehalt auf ca. 40–45% zu erhöhen. Dieser Schritt aktiviert den Stoffwechsel der Körner und bereitet die Keimung vor. Die Weichzeit beträgt typically 24–48 Stunden mit intermittierender Belüftung.

Keimung

Das gequollene Getreide wird in Keimkästen oder -trommeln bei 14–18°C und hoher Luftfeuchtigkeit ausgebreitet. Über 4–6 Tage entwickeln sich Keimlinge, während Enzyme Stärke und Proteine abbauen. Regelmäßiges Wenden verhindert Verklumpungen und sichert Sauerstoffzufuhr.

Darren und Trocknen

Das gekeimte Grünmalz wird im Darren bei ansteigenden Temperaturen getrocknet. Bei 50–80°C wird die Keimung gestoppt; bei höheren Temperaturen (80–105°C) entstehen Farbe und Aroma. Die Restfeuchte sinkt auf unter 5%.

Rechtliche und betriebliche Anforderungen

Malzereien unterliegen dem Lebensmittelrecht (LFGB), der Lebensmittelhygiene-Verordnung und gewerberechtlichen Vorschriften. Betriebe müssen HACCP-Konzepte implementieren, regelmäßige Kontrollen durchführen und den Code 11.06.0 bei der Gewerbeanmeldung angeben.

Typische Probleme und Fehlerquellen

Praktische Herausforderungen betreffen oft Prozesskontrollen und Qualitätssicherung.

Ungleichmäßige Keimung

Entsteht durch inhomogene Körner, unzureichendes Wenden oder Temperaturschwankungen. Führt zu inconsistenter Enzymaktivität und beeinträchtigt Brauqualität.

Übertrocknung oder Verkohlung

Zu hohe Darren-Temperaturen zerstören Enzyme und verursachen bittere Noten. Erfordert präzise Temperaturregelung und Überwachung.

Hygienemängel

Schimmelbildung oder bakterielle Kontamination durch mangelnde Reinigung von Anlagen. Kann zu Produktrückrufen und rechtlichen Konsequenzen führen.

Wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland

Deutschland ist einer der größten Malzproduzenten Europas, mit Schwerpunkt auf Braumalz für die exportorientierte Brauindustrie. Über 100 Malzereien erzeugen jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen Malz. Die Branche ist eng mit Landwirtschaft und Braugewerbe verbunden.

Abgrenzung zu anderen WZ-Codes

Code 11.06.0 umfasst nur die Malzherstellung, nicht damit verbundene Tätigkeiten.

In Code 11.06.0 enthaltenNicht enthalten

  • Herstellung von BraumalzBrauerei (Code 11.05)
  • Produktion von BackmalzGetreideanbau (Code 01.11)
  • Spezialmalze für DestillerienGetreidehandel (Code 46.21)

Häufig gestellte Fragen

Welche Getreidearten werden typischerweise für die Malzherstellung verwendet?

Hauptsächlich Gerste, gefolgt von Weizen und Roggen. Gerste dominiert aufgrund ihrer spezifischen enzymatischen Eigenschaften und Spelzhülle.

Ist die Malzherstellung genehmigungspflichtig?

Ja, als gewerbliche Lebensmittelproduktion unterliegt sie lebensmittelrechtlichen Vorschriften und erfordert eine Gewerbeanmeldung mit Code 11.06.0.

Welche Fehler sollten bei der Malzherstellung vermieden werden?

Kritisch sind unkontrollierte Keimtemperaturen, unzureichende Belüftung, Überschreiten der Trocknungstemperaturen und mangelnde Hygienekontrollen.