WZ-Code 20.59.3 – Herstellung von ätherischen Ölen
Gewinnungsverfahren im Überblick Die Herstellung ätherischer Öle erfolgt durch verschiedene physikalische Trennverfahren.
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung vorhanden
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?
Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.
Ebenfalls relevant für
Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 20.59.3?
Gewinnungsverfahren im Überblick
Die Herstellung ätherischer Öle erfolgt durch verschiedene physikalische Trennverfahren. Die Wahl der Methode hängt von der Pflanzenart, der gewünschten Ölqualität und wirtschaftlichen Faktoren ab.
Wasserdampfdestillation
Die Wasserdampfdestillation ist das verbreitetste Verfahren für die Gewinnung ätherischer Öle. Dabei wird Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial geleitet, der die ätherischen Öle freisetzt. Das Dampf-Öl-Gemisch kondensiert und wird in einem Florentiner Gefäß getrennt. Die Methode eignet sich besonders für robuste Pflanzenteile wie Wurzeln, Rinden oder Hölzer.
Kaltpressung
Bei Zitrusfrüchten kommt häufig die Kaltpressung zum Einsatz. Die Schalen werden mechanisch gepresst, wobei die ölhaltigen Drüsen platzen und das ätherische Öl freigeben. Dieses Verfahren erfolgt ohne Hitzezufuhr, was die thermolabilen Komponenten der Zitrusöle erhält.
Enfleurage und Lösemittelextraktion
Für besonders empfindliche Blüten wie Jasmin oder Rose wird traditionell die Enfleurage angewendet, bei der Fette als Trägermedium dienen. Modernere Verfahren nutzen organische Lösungsmittel oder überkritisches CO₂. Diese Methoden sind aufwendiger, liefern aber oft höhere Ausbeuten bei temperaturempfindlichen Substanzen.
Qualitätskontrolle und Analyse
Die Qualität ätherischer Öle wird durch mehrere Faktoren bestimmt: botanische Herkunft, Anbauweise, Erntezeitpunkt und Verarbeitungsmethode. Standardisierte Analyseverfahren wie Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) gewährleisten Reinheit und Authentizität der Produkte. Vergleich der Gewinnungsverfahren VerfahrenEignungInvestitionskostenÖlausbeute WasserdampfdestillationRobuste PflanzenteileMittelVariabel (0,5–5%) KaltpressungZitrusfrüchteNiedrig bis mittelHoch (1–5%) CO₂-ExtraktionEmpfindliche MaterialienHochSehr hoch EnfleurageBlütenSehr hochNiedrig
Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland
Für die gewerbliche Herstellung ätherischer Öle gelten in Deutschland spezifische rechtliche Anforderungen. Die Einstufung unter WZ 20.59.3 setzt die Einhaltung verschiedener Verordnungen voraus.
Gewerberechtliche Anforderungen
Jede gewerbliche Tätigkeit erfordert eine Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt. Ab bestimmten Produktionsmengen können Genehmigungen nach der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) notwendig sein, insbesondere wenn Lösemittel eingesetzt werden oder Emissionen entstehen.
Chemikalienrecht und REACH
Ätherische Öle unterliegen der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Ab Produktionsmengen von einer Tonne pro Jahr ist eine Registrierung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) erforderlich. Für kleinere Mengen gelten vereinfachte Meldepflichten.
Wirtschaftliche Aspekte und Marktchancen
Der Markt für ätherische Öle zeigt kontinuierliches Wachstum, getrieben durch Nachfrage in den Bereichen Aromatherapie, Naturkosmetik und ökologische Reinigungsmittel. Die Rentabilität hängt stark von der gewählten Marktnische und Produktqualität ab.
Investitionsplanung
Die Anfangsinvestition umfasst nicht nur Produktionsanlagen, sondern auch Kosten für:
- Laborausrüstung für Qualitätskontrollen
- Lagerung unter geeigneten Bedingungen (lichtgeschützt, kühl)
- Verpackungsmaterialien (meist dunkle Glasflaschen)
- Zertifizierungskosten für Bio-Qualität
Vermarktungsstrategien
Erfolgreiche Vermarktungsansätze konzentrieren sich auf spezifische Zielgruppen: Aromatherapeuten, Naturkosmetik-Hersteller oder direkt Endverbraucher über Fachhandel und Online-Shops. Transparenz über Herkunft und Herstellungsverfahren wird von qualitätsbewussten Kunden besonders geschätzt.
Häufige Fehler und praktische Tipps
Viele Neueinsteiger unterschätzen die Komplexität der Produktion ätherischer Öle. Typische Anfängerfehler betreffen oft die Rohstoffqualität, Lagerbedingungen und Skalierung der Produktion.
Praktische Empfehlungen
Beginnen Sie mit kleinen Chargen zur Verfahrensoptimierung
Investieren Sie früh in analytische Methoden zur Qualitätssicherung
Achten Sie auf konsistente Rohstoffqualität durch vertragliche Vereinbarungen mit Lieferanten
Planen Sie ausreichend Lagerkapazität unter optimalen Bedingungen ein
FAQ – Häufige Fragen
Welche Genehmigungen benötige ich für die Herstellung ätherischer Öle in Deutschland?
Für die gewerbliche Herstellung benötigen Sie eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Ordnungsamt. Je nach Produktionsumfang können zusätzlich Genehmigungen nach der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) sowie Registrierung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) für REACH erforderlich sein. Die genauen Anforderungen hängen von der Produktionsmenge und den verwendeten Verfahren ab. Welche Pflanzen eignen sich am besten für den Einstieg in die Herstellung?
Für den Einstieg empfehlen sich robuste und ertragreiche Pflanzen wie Lavendel, Minze oder Zitrusfrüchte. Lavendel bietet gute Ölausbeuten bei relativ einfacher Verarbeitung, Minze wächst schnell und Zitrusöle lassen sich durch Kaltpressung gewinnen. Wichtig ist die regionale Verfügbarkeit der Rohstoffe und deren Qualität. Wie hoch sind die Investitionskosten für eine kleine Produktionsanlage?
Die Investitionskosten variieren stark je nach gewähltem Verfahren und Produktionsumfang. Eine kleine Destillationsanlage für den Einstieg beginnt bei etwa 5.000–15.000 Euro. Dazu kommen Kosten für Rohstoffe, Laborausrüstung zur Qualitätskontrolle, Lagerung und eventuelle Genehmigungsverfahren. Die Gesamtinvestition für einen professionellen Kleinbetrieb liegt typischerweise zwischen 20.000 und 50.000 Euro.
Häufig gestellte Fragen
Welche Genehmigungen benötige ich für die Herstellung ätherischer Öle in Deutschland?
Für die gewerbliche Herstellung benötigen Sie eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Ordnungsamt. Je nach Produktionsumfang können zusätzlich Genehmigungen nach der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) sowie Registrierung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) für REACH erforderlich sein. Die genauen Anforderungen hängen von der Produktionsmenge und den verwendeten Verfahren ab.
Welche Pflanzen eignen sich am besten für den Einstieg in die Herstellung?
Für den Einstieg empfehlen sich robuste und ertragreiche Pflanzen wie Lavendel, Minze oder Zitrusfrüchte. Lavendel bietet gute Ölausbeuten bei relativ einfacher Verarbeitung, Minze wächst schnell und Zitrusöle lassen sich durch Kaltpressung gewinnen. Wichtig ist die regionale Verfügbarkeit der Rohstoffe und deren Qualität.
Wie hoch sind die Investitionskosten für eine kleine Produktionsanlage?
Die Investitionskosten variieren stark je nach gewähltem Verfahren und Produktionsumfang. Eine kleine Destillationsanlage für den Einstieg beginnt bei etwa 5.000–15.000 Euro. Dazu kommen Kosten für Rohstoffe, Laborausrüstung zur Qualitätskontrolle, Lagerung und eventuelle Genehmigungsverfahren. Die Gesamtinvestition für einen professionellen Kleinbetrieb liegt typischerweise zwischen 20.000 und 50.000 Euro.