WZ-Klasse 20.11 – Herstellung von Industriegasen
Der WZ-Code 20.11.0 bezeichnet die Herstellung von Industriegasen.
Diese Klasse umfasst die Unterklasse 20.11.0 (gleiche Beschreibung).
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung inkl. Hinweise (1 Notizen)
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?
Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.
Ebenfalls relevant für
Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Offizielle Hinweise
Umsteigeschlüssel
Im Umsteigeschlüssel ist die WZ-2008-Entsprechung als ex-Position gekennzeichnet.
Zugehörige Codes
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 20.11.0?
Der WZ-Code 20.11.0 bezeichnet die Herstellung von Industriegasen. Dazu zählen Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Kohlendioxid, Acetylen oder Wasserstoff, die in industriellen Prozessen eingesetzt werden. Die Herstellung umfasst typischerweise Verfahren wie Luftzerlegung, chemische Synthese oder Gasreinigung, oft mit nachfolgender Verflüssigung oder Druckabfüllung. Dieser Code gehört zur Abteilung 20 (Herstellung von chemischen Erzeugnissen) und ist spezifisch für technische Gase, nicht für medizinische oder Laboranwendungen. Was der WZ-Code 20.11.0 umfasst
Die Klassifikation unter 20.11.0 beinhaltet alle Tätigkeiten zur Produktion von Industriegasen in fester, flüssiger oder gasförmiger Form. Typische Produkte sind:
- Sauerstoff, gewonnen durch fraktionierte Destillation verflüssigter Luft
- Stickstoff, ebenfalls aus Luftzerlegungsanlagen
- Argon und andere Edelgase
- Acetylen, hergestellt aus Calciumcarbid und Wasser
- Wasserstoff, produziert durch Elektrolyse oder Dampfreformierung
- Kohlendioxid, oft als Nebenprodukt chemischer Prozesse
- Schutzgase für Schweißanwendungen
Technische Gase für die Lebensmittelindustrie, wie Stickstoff für Verpackungen
Die Herstellung kann kontinuierlich in großen Anlagen oder diskontinuierlich in Chargen erfolgen. Auch die Reinigung und Aufbereitung von Rohgasen fällt unter diesen Code. Abgrenzung: Was nicht dazu gehört
Nicht klassifiziert werden unter 20.11.0:
- Herstellung von medizinischen Gasen (fällt unter WZ 21.20)
- Produktion von Laboratoriumsgasen für analytische Zwecke, sofern nicht industriell skaliert
- Erdgas oder Flüssiggas (LPG) als Brennstoffe (WZ 06.20 bzw. 19.20)
- Gase, die direkt als Nebenprodukt in anderen Prozessen anfallen und nicht extra aufbereitet werden
Abfüllen von Gasen in kleine Behälter ohne Herstellungsprozess, das ist Handelsware
Diese Abgrenzung ist wichtig für die korrekte statistische Erfassung und bei der Anmeldung eines Gewerbes.
Typische Herstellungsverfahren im Überblick
Die Produktion von Industriegasen basiert auf physikalischen und chemischen Methoden. Luftzerlegung durch Linde-Verfahren ist verbreitet für Sauerstoff und Stickstoff. Dabei wird Luft komprimiert, gekühlt und in Fraktionen getrennt. Acetylen entsteht durch Hydrolyse von Calciumcarbid. Wasserstoff wird oft durch Reformierung von Erdgas oder Elektrolyse von Wasser gewonnen. Kohlendioxid fällt häufig als Nebenprodukt an, etwa in Ammoniakanlagen, und wird dann gereinigt und verflüssigt.
Praktische Aspekte der Gasherstellung
Betriebe in diesem Bereich benötigen spezielle Genehmigungen nach der Störfall-Verordnung, wenn bestimmte Mengenschwellen überschritten werden. Die Lagerung von verflüssigten Gasen erfordert tiefkältefeste Tanks. Beim Handling von Gasen wie Wasserstoff oder Acetylen sind Explosionsschutzmaßnahmen obligatorisch. Die Energieeffizienz der Anlagen spielt eine große Rolle, besonders bei kryogenen Prozessen.
Häufige Fehler und Fallstricke
Unternehmen neigen manchmal dazu, die Herstellung von Industriegasen mit der von Brenngasen zu verwechseln. Auch die Abgrenzung zu medizinischen Gasen ist nicht immer trivial, wenn dieselben Grundgase verwendet werden. Ein weiterer Fehler ist die Nichtbeachtung der Druckgeräterichtlinie bei der Abfüllung. Die korrekte Einstufung von Gemischen als Industriegase kann komplex sein, besonders bei speziellen Mischungen für Nischenanwendungen.
Rechtliche und sicherheitstechnische Anforderungen
Die Herstellung von Industriegasen unterliegt in Deutschland strengen Regularien. Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verlanget eine geeignete Einstufung und Kennzeichnung. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) regelt den Umgang mit Druckgasbehältern. Für bestimmte Gase wie Acetylen gelten zusätzliche Vorschriften wegen ihrer chemischen Instabilität. Anlagen müssen often nach TA Luft genehmigt werden.
Wirtschaftliche Bedeutung und Märkte
Industriegase sind ein fundamentaler Teil der chemischen Industrie und Zulieferer für viele Sektoren. Die Nachfrage kommt aus der Metallverarbeitung, Lebensmittelindustrie, Elektronikfertigung und Pharmazie. Der Markt ist oligopolistisch strukturiert mit einigen globalen Playern. Regionale Anbieter bedienen oft Nischen. Die Logistik der Gase, especially verflüssigter Gase, ist kostenintensiv und limitiert die Wirtschaftlichkeit kleinerer Produktionen.
Zukunftstrends und Entwicklungen
Die Dekarbonisierung treibt die Nachfrage nach Wasserstoff als Energieträger, was die Branche verändert. Biogene CO2-Quellen gewinnen an Bedeutung. Die Digitalisierung ermöglicht effizientere Prozesssteuerung in Zerlegungsanlagen. Nachhaltigere Herstellungsverfahren, etwa Wasserstoff-Elektrolyse mit Ökostrom, werden ausgebaut. Die Speichertechnologien für Gase entwickeln sich weiter, besonders für Wasserstoff.
Häufig gestellte Fragen
Was umfasst der WZ-Code 20.11.0?
Der WZ-Code 20.11.0 beschreibt die Tätigkeit 'Herstellung von Industriegasen' innerhalb der WZ 2025.