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Klasse

WZ-Klasse 20.11 – Herstellung von Industriegasen

Der WZ-Code 20.11.0 bezeichnet die Herstellung von Industriegasen.

Diese Klasse umfasst die Unterklasse 20.11.0 (gleiche Beschreibung).

Ebene Klasse
Tiefe 4/5
Untergeordnet 0
Verwandt 6
Übersicht

Informationen zu WZ-Klasse 20.11

Vollständige Bezeichnung Herstellung von Industriegasen
Abschnitt C - Verarbeitendes Gewerbe
Abteilung 20 - Herstellung von chemischen Erzeugnissen
Gruppe 20.1 - Herstellung von chemischen Grundstoffen, Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, Kunststoffen in Primärformen und synthetischem Kautschuk in Primärformen
Klasse 20.11 - Herstellung von Industriegasen
Integrierte Unterklasse 20.11.0
NACE Rev. 2.1 20.11
WZ 2008 Entsprechung 20.11.0
Kundensystematik 200

Compliance Risk Score

5 von 5 Faktoren bestanden

10 / 10
Wie wir diesen Score berechnen ->
Zuordnung

Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?

Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.

Ebenfalls relevant für

Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis

Vorgänger (WZ 2008)

Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .

Offizielle Hinweise

Umsteigeschlüssel

Im Umsteigeschlüssel ist die WZ-2008-Entsprechung als ex-Position gekennzeichnet.

Zugehörige Codes

Einordnung

Was umfasst der WZ-Code 20.11.0?

Der WZ-Code 20.11.0 bezeichnet die Herstellung von Industriegasen. Dazu zählen Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Kohlendioxid, Acetylen oder Wasserstoff, die in industriellen Prozessen eingesetzt werden. Die Herstellung umfasst typischerweise Verfahren wie Luftzerlegung, chemische Synthese oder Gasreinigung, oft mit nachfolgender Verflüssigung oder Druckabfüllung. Dieser Code gehört zur Abteilung 20 (Herstellung von chemischen Erzeugnissen) und ist spezifisch für technische Gase, nicht für medizinische oder Laboranwendungen. Was der WZ-Code 20.11.0 umfasst

Die Klassifikation unter 20.11.0 beinhaltet alle Tätigkeiten zur Produktion von Industriegasen in fester, flüssiger oder gasförmiger Form. Typische Produkte sind:

  • Sauerstoff, gewonnen durch fraktionierte Destillation verflüssigter Luft
  • Stickstoff, ebenfalls aus Luftzerlegungsanlagen
  • Argon und andere Edelgase
  • Acetylen, hergestellt aus Calciumcarbid und Wasser
  • Wasserstoff, produziert durch Elektrolyse oder Dampfreformierung
  • Kohlendioxid, oft als Nebenprodukt chemischer Prozesse
  • Schutzgase für Schweißanwendungen

Technische Gase für die Lebensmittelindustrie, wie Stickstoff für Verpackungen

Die Herstellung kann kontinuierlich in großen Anlagen oder diskontinuierlich in Chargen erfolgen. Auch die Reinigung und Aufbereitung von Rohgasen fällt unter diesen Code. Abgrenzung: Was nicht dazu gehört

Nicht klassifiziert werden unter 20.11.0:

  • Herstellung von medizinischen Gasen (fällt unter WZ 21.20)
  • Produktion von Laboratoriumsgasen für analytische Zwecke, sofern nicht industriell skaliert
  • Erdgas oder Flüssiggas (LPG) als Brennstoffe (WZ 06.20 bzw. 19.20)
  • Gase, die direkt als Nebenprodukt in anderen Prozessen anfallen und nicht extra aufbereitet werden

Abfüllen von Gasen in kleine Behälter ohne Herstellungsprozess, das ist Handelsware

Diese Abgrenzung ist wichtig für die korrekte statistische Erfassung und bei der Anmeldung eines Gewerbes.

Typische Herstellungsverfahren im Überblick

Die Produktion von Industriegasen basiert auf physikalischen und chemischen Methoden. Luftzerlegung durch Linde-Verfahren ist verbreitet für Sauerstoff und Stickstoff. Dabei wird Luft komprimiert, gekühlt und in Fraktionen getrennt. Acetylen entsteht durch Hydrolyse von Calciumcarbid. Wasserstoff wird oft durch Reformierung von Erdgas oder Elektrolyse von Wasser gewonnen. Kohlendioxid fällt häufig als Nebenprodukt an, etwa in Ammoniakanlagen, und wird dann gereinigt und verflüssigt.

Praktische Aspekte der Gasherstellung

Betriebe in diesem Bereich benötigen spezielle Genehmigungen nach der Störfall-Verordnung, wenn bestimmte Mengenschwellen überschritten werden. Die Lagerung von verflüssigten Gasen erfordert tiefkältefeste Tanks. Beim Handling von Gasen wie Wasserstoff oder Acetylen sind Explosionsschutzmaßnahmen obligatorisch. Die Energieeffizienz der Anlagen spielt eine große Rolle, besonders bei kryogenen Prozessen.

Häufige Fehler und Fallstricke

Unternehmen neigen manchmal dazu, die Herstellung von Industriegasen mit der von Brenngasen zu verwechseln. Auch die Abgrenzung zu medizinischen Gasen ist nicht immer trivial, wenn dieselben Grundgase verwendet werden. Ein weiterer Fehler ist die Nichtbeachtung der Druckgeräterichtlinie bei der Abfüllung. Die korrekte Einstufung von Gemischen als Industriegase kann komplex sein, besonders bei speziellen Mischungen für Nischenanwendungen.

Rechtliche und sicherheitstechnische Anforderungen

Die Herstellung von Industriegasen unterliegt in Deutschland strengen Regularien. Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verlanget eine geeignete Einstufung und Kennzeichnung. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) regelt den Umgang mit Druckgasbehältern. Für bestimmte Gase wie Acetylen gelten zusätzliche Vorschriften wegen ihrer chemischen Instabilität. Anlagen müssen often nach TA Luft genehmigt werden.

Wirtschaftliche Bedeutung und Märkte

Industriegase sind ein fundamentaler Teil der chemischen Industrie und Zulieferer für viele Sektoren. Die Nachfrage kommt aus der Metallverarbeitung, Lebensmittelindustrie, Elektronikfertigung und Pharmazie. Der Markt ist oligopolistisch strukturiert mit einigen globalen Playern. Regionale Anbieter bedienen oft Nischen. Die Logistik der Gase, especially verflüssigter Gase, ist kostenintensiv und limitiert die Wirtschaftlichkeit kleinerer Produktionen.

Zukunftstrends und Entwicklungen

Die Dekarbonisierung treibt die Nachfrage nach Wasserstoff als Energieträger, was die Branche verändert. Biogene CO2-Quellen gewinnen an Bedeutung. Die Digitalisierung ermöglicht effizientere Prozesssteuerung in Zerlegungsanlagen. Nachhaltigere Herstellungsverfahren, etwa Wasserstoff-Elektrolyse mit Ökostrom, werden ausgebaut. Die Speichertechnologien für Gase entwickeln sich weiter, besonders für Wasserstoff.

Häufig gestellte Fragen

Was umfasst der WZ-Code 20.11.0?

Der WZ-Code 20.11.0 beschreibt die Tätigkeit 'Herstellung von Industriegasen' innerhalb der WZ 2025.