WZ-Code 08.12.3 – Gewinnung von Kaolin und anderem kaolinhaltigen Ton und Lehm
Was Code 08.12.3 genau umfasst Der WZ-Code 08.12.3 bezeichnet die Gewinnung von Kaolin sowie anderem kaolinhaltigen Ton und Lehm.
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung inkl. Hinweise (1 Notizen)
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?
Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.
Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Offizielle Hinweise
Umsteigeschlüssel
Im Umsteigeschlüssel ist die WZ-2008-Entsprechung als ex-Position gekennzeichnet.
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 08.12.3?
Was Code 08.12.3 genau umfasst
Der WZ-Code 08.12.3 bezeichnet die Gewinnung von Kaolin sowie anderem kaolinhaltigen Ton und Lehm. Konkret fallen darunter:
- Abbau von Kaolin und kaolinhaltigen Rohstoffen im Tagebau
- Gewinnung durch Trocken- oder Nassbaggerung
- Aufbereitung durch Waschen, Sieben, Trocknen oder Mahlen
Brechen und Zerkleinern der Rohmaterialien
Nicht included sind dagegen die Gewinnung von Kalkstein, Gips oder Kies und Sand ohne nennenswerten Kaolingehalt. Diese sind anderen Codes zugeordnet.
Warum Kaolin und spezielle Tone wirtschaftlich relevant sind
Kaolin, oft als Porzellanerde bezeichnet, ist kein beliebig substituierbarer Rohstoff. Seine besonderen Eigenschaften wie Weiße, Plastizität und Feuerfestigkeit machen ihn für mehrere Schlüsselindustrien unverzichtbar. Die deutsche Industrie ist auf heimische Vorkommen und Importe angewiesen, da die Qualitätsanforderungen hoch sind.
Die wirtschaftliche Bedeutung zeigt sich in stabilen Absatzmärkten, allerdings mit Konjunkturabhängigkeit in Sektoren wie der Bauindustrie. Preise für Rohkaolin unterliegen Schwankungen, abhängig von Qualität, Aufbereitungsgrad und Transportdistanzen zu den Verarbeitern.
Typische Gewinnungs- und Aufbereitungsverfahren
Kaolin und Tone werden fast ausschließlich im Tagebau gewonnen. Die Verfahren orientieren sich an der Lagerstättensituation und der gewünschten Rohstoffqualität.
Trockenabbau
Bei oberflächennahen, trockenen Vorkommen kommt häufig Trockenabbau zum Einsatz. Bagger oder Schrapper lösen das Material, das dann mechanisch zerkleinert und gesiebt wird. Dieses Verfahren ist weniger komplex, kann aber zu höherer Staubentwicklung führen.
Nassabbau
Bei feuchten Lagerstätten oder wenn das Material später ohnehin aufgeschlämmt wird, ist Nassabbau verbreitet. Hochdruckwasserstrahlen lösen den Ton, die entstehende Suspension wird gepumpt und in Absetzbecken weiterbehandelt. Dieses Verfahren erfordert ein konsequentes Wassermanagement.
Aufbereitungsschritte
Rohkaolin wird selten direkt verwendet. Typische Aufbereitungsschritte umfassen:
- Sieben zur Trennung nach Korngröße
- Waschen zur Entfernung von Quarzsand und anderen Beimengungen
- Entwässerung in Filterpressen oder durch Trocknung
- Mahlen auf die gewünschte Feinheit
- Bei Bedarf chemische Behandlung oder Calcinierung
Rechtliche Rahmenbedingungen und Genehmigungen
Die Gewinnung unterliegt in Deutschland einem komplexen Genehmigungsregime. Das Bergrecht des Bundes und der Länder ist zentral.
Für den Abbau ist eine bergrechtliche Erlaubnis (Aufsuchung) und Bewilligung (Gewinnung) erforderlich. Dazu kommen immissionsschutzrechtliche Genehmigungen wegen Emissionen wie Staub oder Lärm. Da es sich um Eingriffe in den Boden handelt, sind häufig auch naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen nötig. Die Wasserbehörden müssen zustimmen, wenn der Grundwasserspiegel beeinflusst wird oder Abwasser anfällt.
Die konkreten Anforderungen können zwischen den Bundesländern variieren. Eine frühzeitige Abstimmung mit den zuständigen Landesämtern für Bergbau und Geologie ist essentiell.
Praktische Herausforderungen und betriebliche Grenzen
Der Abbau von Ton und Kaolin ist mit spezifischen operativen Schwierigkeiten verbunden, die über rein rechtliche Hürden hinausgehen.
Die Qualität des Rohmaterials ist innerhalb einer Lagerstätte oft nicht homogen. Unerwünschte Beimengungen wie Eisenoxide oder grober Sand können den Aufbereitungsaufwand und die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinflussen. Eine kontinuierliche Qualitätskontrolle am Gewinnungsort ist daher Standard.
Staubmanagement ist eine permanente Aufgabe, besonders bei Trockenverfahren. Dies betrifft die Arbeitsplatzsicherheit der Mitarbeiter und die Außenwirkung auf die Umgebung. Effective Maßnahmen sind Berieselung, Absauganlagen und die Begrenzung der Bearbeitungszeiten bei trockenem Wetter.
Die Rekultivierung der Abbauflächen ist gesetzlich vorgeschrieben und muss finanziell abgesichert sein. Typische Nachnutzungen sind die Renaturierung zu Biotopen, die Umwandlung in Gewässer oder die landwirtschaftliche Nutzung. Die Planung dafür beginnt idealerweise bereits vor dem Abbau.
Wichtige Unterschiede zu anderen Gewinnungscodes
Es ist wichtig, Code 08.12.3 von benachbarten Aktivitäten abzugrenzen, um Fehlklassifizierungen zu vermeiden.
AktivitätZugehöriger WZ-CodeAbgrenzung zu 08.12.3
Gewinnung von Kies und Sand08.12.1Material hat keinen relevanten Kaolin-Ton-Anteil. Gewinnung von Kreide08.12.4Betrifft calciumcarbonathaltige Materialien, nicht aluminiumsilikatische Tone. Herstellung von Ziegeln etc.23.xxCode 08.12.3 endet mit der Rohstoffgewinnung, nicht der Verarbeitung zu Fertigprodukten. Bergbau von Erzen07.xxBetrifft metallhaltige Erze, nicht industrielle Tone.
Checkliste für die Branchenzuordnung
So stellen Sie sicher, dass Ihre Tätigkeit korrekt unter 08.12.3 eingeordnet wird:
- Wird primär Kaolin oder kaolinhaltiger Ton/Lehm abgebaut?
Steht die Rohstoffgewinnung im Vordergrund, nicht die verarbeitende Veredelung?
Findet der Abbau in einer Grube oder einem Tagebau statt?
Gehört die Aufbereitung (Waschen, Mahlen) direkt zum Gewinnungsprozess?
Falls Sie alle Punkte mit Ja beantworten, ist Code 08.12.3 wahrscheinlich zutreffend. Bei Unklarheiten, insbesondere bei Mischbetrieben, sollte die zuständige IHK oder das Statistische Amt konsultiert werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was fällt unter den WZ-Code 08.12.3?
Der Code umfasst die Gewinnung von Kaolin sowie anderen Tonen und Lehmen, die Kaolin enthalten. Dazu zählen Abbau, Aufbereitung und das Brechen, Zerkleinern oder Waschen der Materialien.
Welche rechtlichen Voraussetzungen gelten für die Kaolingewinnung?
Erforderlich sind in der Regel eine bergrechtliche Erlaubnis bzw. Bewilligung, eine Baugenehmigung für Abbaustätten sowie umweltrechtliche Zulassungen. Die genauen Anforderungen variieren je nach Bundesland.
Wofür wird Kaolin hauptsächlich verwendet?
Kaolin ist ein wichtiger Rohstoff für die Porzellan- und Keramikindustrie, die Papierherstellung (als Füllstoff), die Kunststoffproduktion und in der Bauindustrie.
Welche typischen Probleme treten beim Tonabbau auf?
Häufige Herausforderungen sind Grundwassermanagement, Staubentwicklung, Flächenkonkurrenz mit Landwirtschaft oder Naturschutz sowie schwankende Rohstoffqualität im Abbaufeld.
Häufig gestellte Fragen
Was fällt unter den WZ-Code 08.12.3?
Der Code umfasst die Gewinnung von Kaolin sowie anderen Tonen und Lehmen, die Kaolin enthalten. Dazu zählen Abbau, Aufbereitung und das Brechen, Zerkleinern oder Waschen der Materialien.
Welche rechtlichen Voraussetzungen gelten für die Kaolingewinnung?
Erforderlich sind in der Regel eine bergrechtliche Erlaubnis bzw. Bewilligung, eine Baugenehmigung für Abbaustätten sowie umweltrechtliche Zulassungen. Die genauen Anforderungen variieren je nach Bundesland.
Wofür wird Kaolin hauptsächlich verwendet?
Kaolin ist ein wichtiger Rohstoff für die Porzellan- und Keramikindustrie, die Papierherstellung (als Füllstoff), die Kunststoffproduktion und in der Bauindustrie.
Welche typischen Probleme treten beim Tonabbau auf?
Häufige Herausforderungen sind Grundwassermanagement, Staubentwicklung, Flächenkonkurrenz mit Landwirtschaft oder Naturschutz sowie schwankende Rohstoffqualität im Abbaufeld.