C Produktion
Klasse

WZ-Klasse 23.11 – Herstellung von Flachglas

Der WZ-Code 23.11.0 steht für die Herstellung von Flachglas und ist Teil der amtlichen Klassifikation der Wirtschaftszweige in Deutschland.

Diese Klasse umfasst die Unterklasse 23.11.0 (gleiche Beschreibung).

Ebene Klasse
Tiefe 4/5
Untergeordnet 0
Verwandt 4
Übersicht

Informationen zu WZ-Klasse 23.11

Vollständige Bezeichnung Herstellung von Flachglas
Abschnitt C - Verarbeitendes Gewerbe
Abteilung 23 - Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden
Gruppe 23.1 - Herstellung von Glas und Glaswaren
Klasse 23.11 - Herstellung von Flachglas
Integrierte Unterklasse 23.11.0
NACE Rev. 2.1 23.11
WZ 2008 Entsprechung 23.11.0
Kundensystematik 230

Compliance Risk Score

5 von 5 Faktoren bestanden

10 / 10
Wie wir diesen Score berechnen ->

Vorgänger (WZ 2008)

Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .

Zugehörige Codes

Einordnung

Was umfasst der WZ-Code 23.11.0?

Der WZ-Code 23.11.0 steht für die Herstellung von Flachglas und ist Teil der amtlichen Klassifikation der Wirtschaftszweige in Deutschland. Unternehmen, die Glas in plane Form produzieren – ob für Fenster, Spiegel oder Displayabdeckungen – nutzen diesen Code für Gewerbeanmeldung, Statistik und Branchenzuordnung. Die Produktion umfasst Verfahren wie das Floatglasprozess, bei dem geschmolzenes Glas auf Zinnbad gegossen wird, sowie nachgelagerte Bearbeitungsschritte wie Schneiden oder Veredelung. Wichtig: Der Code deckt nur die eigentliche Herstellung ab, nicht die Weiterverarbeitung zu fertigen Produkten wie Isolierglas oder Spiegel. Was bedeutet WZ-Code 23.11.0 genau?

Der Code gehört zur Gruppe 23 (Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden) und spezialisiert sich auf Flachglas. Dazu zählen:

  • Glas in plane Form, unveredelt oder grundiert
  • Glas, das durch Ziehen, Walzen oder Gießen produziert wurde

Rohglas für weitere Verarbeitungsschritte

Nicht enthalten sind die Herstellung von Hohlglas (23.12) oder die Veredelung von Flachglas zu verbauten Produkten. Für Betriebe ist die korrekte Zuordnung entscheidend, da sie Auswirkungen auf Förderungen, Berichtspflichten oder branchenspezifische Regulationen hat.

Typische Produktionsverfahren im Überblick

Flachglas wird primär durch drei Methoden hergestellt, wobei das Floatverfahren dominiert.

Floatglasverfahren

Das Standardverfahren für massentaugliches Flachglas. Geschmolzenes Glas läuft auf ein Zinnbad, breitet sich gleichmäßig aus und kühlt kontrolliert ab. Ergebnis ist planparalleles Glas mit glatten Oberflächen, das etwa 90% des Marktes ausmacht. Energieintensiv, aber effizient für große Mengen.

Guss- und Walzverfahren

Ältere Methoden, die noch für spezielle Glasarten genutzt werden. Glas wird zwischen Walzen geformt oder in Formen gegossen. Typisch für strukturiertes Glas oder Drahtglas, aber weniger präzise als Floatglas. Höherer manueller Aufwand und niedrigere Produktionsgeschwindigkeit.

Ziehverfahren

Historisch relevant, heute kaum noch im Einsatz. Glas wurde vertical oder horizontal aus der Schmelze gezogen. Ungeeignet für moderne Qualitätsansprüche an Planität und Oberfläche.

Häufige Fehler und Missverständnisse

Betriebe wählen oft falsche Codes oder unterschätzen die Komplexität der Zuordnung.

Verwechslung mit Veredelung: Code 23.11.0 gilt nur für die Herstellung des Grundmaterials. Schneiden, Biegen oder Beschichten fallen bereits unter andere Codes wie 23.13 oder 23.14.

Überschneidung mit Hohlglas: Flachglas ist definiert durch plane Form. Gebogene oder gewölbte Glaserzeugnisse können Grenzfälle sein, gehören aber nicht hierher.

Vergessene Meldepflichten: Die Glasproduktion unterliegt strengeren Umwelt- und Energieauflagen. Unvollständige Anmeldungen führen zu Bußgeldern.

Im Zweifel hilft ein Blick ins amtliche Verzeichnis der Wirtschaftszweige oder Beratung durch die IHK.

Rechtliche und praktische Implikationen

Die Verwendung des Codes ist verbindlich für:

  • Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt oder Gewerbezentrum
  • Statistische Meldungen an Destatis

Branchenzuordnung in Steuererklärungen

Falschangaben können Probleme mit Berufsgenossenschaften, Finanzämtern oder Umweltbehörden verursachen. Besonders kritisch ist die Abgrenzung zu handwerklicher Glasverarbeitung – hier entscheidet der Schwerpunkt des Umsatzes.

Branchientrends und wirtschaftliche Bedeutung

Die Flachglasproduktion in Deutschland ist hochautomatisiert und exportorientiert. Wichtige Entwicklungen:

  • Energieeffizienz: Hohe Stromkosten treiben Innovationen bei Ofentechnik und Wärmerückgewinnung.

Nachhaltigkeit: Recycling von Glasbruch und Reduktion von CO2-Emissionen werden zunehmend reguliert.

Spezialglas: Wachsender Markt für beschichtetes Glas (z.B. für Solarmodule oder Touchscreens).

Die Branche employs etwa 10.000 Menschen direkt, mit stabiler Nachfrage aus Bauwesen und Automobilindustrie.

Praktische Empfehlungen für Unternehmen

So vermeiden Sie typische Probleme:

  • Nutzen Sie den offiziellen WZ-Code-Katalog des Statistischen Bundesamtes für die Zuordnung.

Konsultieren Sie bei gemischten Tätigkeiten einen Steuerberater oder die IHK.

Documentieren Sie Ihre Produktionsprozesse klar, um Abgrenzungen nachweisen zu können.

Prüfen Sie regelmäßig, ob Code-Wechsel nötig sind (z.B. bei Expansion in die Veredelung).

Falsche Codes sind kein Kavaliersdelikt – sie können zu overhöhten Abgaben oder versäumten Förderungen führen.

Häufig gestellte Fragen

Was umfasst der WZ-Code 23.11.0?

Der WZ-Code 23.11.0 beschreibt die Tätigkeit 'Herstellung von Flachglas' innerhalb der WZ 2025.