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Klasse

WZ-Klasse 22.11 – Herstellung und Runderneuerung von Bereifungen

Die statistische Systematik WZ 22.11.0 klassifiziert Betriebe, die neue Reifen herstellen oder gebrauchte Reifen runderneuern.

Diese Klasse umfasst die Unterklasse 22.11.0 (gleiche Beschreibung).

Ebene Klasse
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Übersicht

Informationen zu WZ-Klasse 22.11

Vollständige Bezeichnung Herstellung und Runderneuerung von Bereifungen
Abschnitt C - Verarbeitendes Gewerbe
Abteilung 22 - Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren
Gruppe 22.1 - Herstellung von Gummiwaren
Klasse 22.11 - Herstellung und Runderneuerung von Bereifungen
Integrierte Unterklasse 22.11.0
NACE Rev. 2.1 22.11
WZ 2008 Entsprechung 22.11.0
Kundensystematik 220

Compliance Risk Score

5 von 5 Faktoren bestanden

10 / 10
Wie wir diesen Score berechnen ->
Zuordnung

Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?

Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.

Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis

Vorgänger (WZ 2008)

Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .

Zugehörige Codes

Einordnung

Was umfasst der WZ-Code 22.11.0?

Die statistische Systematik WZ 22.11.0 klassifiziert Betriebe, die neue Reifen herstellen oder gebrauchte Reifen runderneuern. Die Prozesse umfassen Materialaufbereitung, Reifenbau, Vulkanisation und strenge Qualitätskontrollen. Runderneuerung verlängert die Lebensdauer von Reifenunterkörpern bei reduzierten Kosten und Ressourcenverbrauch. Was die WZ 22.11.0 genau umfasst

Die Klassifikation erfasst industrielle Aktivitäten zur Produktion von Luftreifen aus Gummi und deren Instandsetzung. Dazu zählen:

  • Herstellung von Neureifen für Pkw, Lkw, Landmaschinen und Flugzeuge
  • Produktion von Schläuchen und Reifeninnenlagen
  • Runderneuerung (Aufarbeiten der Lauffläche)

Rebuilding (Umfangreicheres Aufarbeiten inklusive Seitenwänden)

Nicht enthalten sind Reifen für Fahrräder, Spielzeuge oder feste Vollgummireifen.

Grundlegende Materialien in der Reifenproduktion

Moderne Reifen bestehen aus über 200 verschiedenen Komponenten. Die Hauptmaterialien include:

  • Naturkautschuk (etwa 30-40% des Materials)
  • Synthesekautschuk (Butyl, Styrol-Butadien etc.)
  • Verstärkungsmaterialien wie Stahlcord und Textilcord
  • Füllstoffe (Ruß, Silica)
  • Vulkanisationshilfsmittel (Schwefel, Beschleuniger)

Alterungsschutzmittel

Die exakte Rezeptur ist hersteller- und anwendungsspezifisch. Schritt-für-Schritt: So entsteht ein Neureifen

Die Herstellung erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen mit präziser Prozesskontrolle.

Materialvorbereitung und Mischen

Rohmaterialien werden nach genauen Rezepturen gewogen und in Innenmischern bei Temperaturen bis 160°C homogen vermischt. Der entstehende Gummi wird zu Bahnen gekalandert oder extrudiert.

Aufbau der Reifenkomponenten

Auf einer Reifenbauomaschine werden die einzelnen Komponenten schichtweise aufgebaut: Innenschicht, Cordlagen, Stahlgürtel, Seitenwände und Lauffläche. Dieser "Grünreifen" hat noch keine endgültige Form.

Vulkanisation in der Form

Der Grünreifen kommt in eine beheizte Stahlform. Unter Druck und bei Temperaturen um 150-200°C vulkanisiert der Gummi - er erhält seine endgültige Form, Festigkeit und Elastizität.

Qualitätskontrolle und Prüfung

Jeder Reifen durchläuft visuelle Inspektion, Röntgenprüfung zur Erkennung innerer Fehler und diverse Messungen. Stichproben werden zerstörenden Tests unterzogen.

Das Runderneuerungsverfahren im Detail

Die Runderneuerung macht alte Reifenunterkörper wieder einsatzfähig. Voraussetzung ist ein strukturell intakter Unterkörper.

Inspektion und Vorbereitung

Der Alt-Reifen wird gründlich gereinigt und inspiziert. Mittels Schergraph-Prüfung wird der Unterkörper auf versteckte Schäden untersucht. Nur einwandfreie Unterkörper werden weiterverarbeitet.

Entfernen der alten Lauffläche

Die abgefahrene Lauffläche wird maschinell abgefräst, bis ein sauberer, gleichmäßiger Untergrund entsteht. Dabei darf die Cordlage nicht beschädigt werden.

Auftragen der neuen Lauffläche

Eine vorgevulkanisierte oder rohe Gummilauffläche wird auf den vorbereiteten Unterkörper aufgezogen. Bei der Kaltrunderneuerung kommt ein kaltvulkanisierender Gummi zum Einsatz.

Vulkanisation und Endkontrolle

Der Reifen wird in einer Form unter Druck und Hitze vulkanisiert. Nach dem Abkühlen folgen Dichtigkeitsprüfung und Qualitätskontrolle wie bei Neureifen.

Qualitätsanforderungen und Normen

Reifen unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen. In Europa gelten die ECE-Regelungen 30, 54, 117 sowie für runderneuerte Reifen die ECE 108 und 109.

Wichtige Qualitätskriterien include:

  • Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex
  • Rollwiderstand und Kraftstoffeffizienz
  • Nasshaftung und Bremsleistung
  • Externe Rollgeräuschemission
  • Structurelle Integrität und Haltbarkeit

Vergleich: Neuware vs. Runderneuerung

  • Kriterium
  • Neureifen
  • Runderneuerte Reifen
  • Kosten
  • Höher
  • 30-50% günstiger
  • Ressourcenverbrauch
  • Hoch
  • Geringer (spart Rohmaterial)
  • Lebensdauer
  • Vollständig
  • Abhängig von Unterkörperqualität
  • Anwendungsbereich
  • Alle
  • Hauptsächlich Lkw, Busse, Flugzeuge
  • Regulatorische Anforderungen
  • ECE 30, 54, 117
  • ECE 108, 109

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Bei der Runderneuerung können verschiedene Probleme auftreten. Die meisten lassen sich durch sorgfältige Arbeit vermeiden.

Unzureichende Unterkörperprüfung

Fehlerhafte Unterkörper führen zu vorzeitigem Ausfall. Lösung: Strenge Inspektion mittels Schergraph und visueller Prüfung nach definierten Kriterien.

Probleme bei der Vulkanisation

Ungleichmäßige Hitzeverteilung kann zu unvollständiger Vulkanisation führen. Lösung: Regelmäßige Wartung der Pressen und Temperaturkontrollen.

Qualitätsvariationen bei Materialien

Inkonsistente Gummiqualität beeinträchtigt die Haltbarkeit. Lösung: Einkauf bei zertifizierten Lieferanten und Eingangskontrolle der Materialien.

Checkliste für die Auswahl eines Runderneuerungsbetriebs

Zertifizierung nach ECE 108/109 oder vergleichbaren Standards

Erfahrung mit der jeweiligen Reifenart (Pkw, Lkw, Spezial)

Transparente Darstellung des verwendeten Verfahrens (Kalt-/Heißrunderneuerung)

Klare Garantiebedingungen und Rückverfolgbarkeit

Einsatz moderner Prüftechnik (Schergraph, Röntgen)

Positive Referenzen oder Kundenbewertungen

Umweltaspekte und Nachhaltigkeit

Runderneuerung spart erhebliche Ressourcen: Etwa 70% des Materials eines Reifens steckt im Unterkörper, der mehrfach genutzt werden kann. Die CO2-Bilanz runderneuerter Reifen ist deutlich günstiger als bei Neureifen.

Moderne Herstellungsverfahren reduzieren Energieverbrauch und Emissionen. Viele Betriebe recyceln Produktionsabfälle oder nutzen sie energetisch.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört alles zur WZ-Klasse 22.11.0?

Zur WZ 22.11.0 zählen die Herstellung neuer Luftreifen aus Gummi, die Produktion von Schläuchen sowie die professionelle Runderneuerung von Reifen. Ausgeschlossen sind Reifen für Spielzeuge oder Fahrräder.

Ist runderneuerte Bereifung in Deutschland sicher?

Ja, runderneuerte Reifen unterliegen strengen Qualitätskontrollen nach ECE-Regelung 108 und 109. Bei fachgerechter Ausführung durch zertifizierte Betriebe erreichen sie ähnliche Sicherheitsstandards wie Neureifen.

Welche Materialien werden bei der Reifenherstellung verwendet?

Hauptmaterialien sind Naturkautschuk, Synthesekautschuk, Ruß, Schwefel, Textilcord und Stahlcord. Die exakte Zusammensetzung variiert je nach Reifentyp und Hersteller.