WZ-Klasse 22.11 – Herstellung und Runderneuerung von Bereifungen
Die statistische Systematik WZ 22.11.0 klassifiziert Betriebe, die neue Reifen herstellen oder gebrauchte Reifen runderneuern.
Diese Klasse umfasst die Unterklasse 22.11.0 (gleiche Beschreibung).
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung vorhanden
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?
Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.
Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Zugehörige Codes
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 22.11.0?
Die statistische Systematik WZ 22.11.0 klassifiziert Betriebe, die neue Reifen herstellen oder gebrauchte Reifen runderneuern. Die Prozesse umfassen Materialaufbereitung, Reifenbau, Vulkanisation und strenge Qualitätskontrollen. Runderneuerung verlängert die Lebensdauer von Reifenunterkörpern bei reduzierten Kosten und Ressourcenverbrauch. Was die WZ 22.11.0 genau umfasst
Die Klassifikation erfasst industrielle Aktivitäten zur Produktion von Luftreifen aus Gummi und deren Instandsetzung. Dazu zählen:
- Herstellung von Neureifen für Pkw, Lkw, Landmaschinen und Flugzeuge
- Produktion von Schläuchen und Reifeninnenlagen
- Runderneuerung (Aufarbeiten der Lauffläche)
Rebuilding (Umfangreicheres Aufarbeiten inklusive Seitenwänden)
Nicht enthalten sind Reifen für Fahrräder, Spielzeuge oder feste Vollgummireifen.
Grundlegende Materialien in der Reifenproduktion
Moderne Reifen bestehen aus über 200 verschiedenen Komponenten. Die Hauptmaterialien include:
- Naturkautschuk (etwa 30-40% des Materials)
- Synthesekautschuk (Butyl, Styrol-Butadien etc.)
- Verstärkungsmaterialien wie Stahlcord und Textilcord
- Füllstoffe (Ruß, Silica)
- Vulkanisationshilfsmittel (Schwefel, Beschleuniger)
Alterungsschutzmittel
Die exakte Rezeptur ist hersteller- und anwendungsspezifisch. Schritt-für-Schritt: So entsteht ein Neureifen
Die Herstellung erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen mit präziser Prozesskontrolle.
Materialvorbereitung und Mischen
Rohmaterialien werden nach genauen Rezepturen gewogen und in Innenmischern bei Temperaturen bis 160°C homogen vermischt. Der entstehende Gummi wird zu Bahnen gekalandert oder extrudiert.
Aufbau der Reifenkomponenten
Auf einer Reifenbauomaschine werden die einzelnen Komponenten schichtweise aufgebaut: Innenschicht, Cordlagen, Stahlgürtel, Seitenwände und Lauffläche. Dieser "Grünreifen" hat noch keine endgültige Form.
Vulkanisation in der Form
Der Grünreifen kommt in eine beheizte Stahlform. Unter Druck und bei Temperaturen um 150-200°C vulkanisiert der Gummi - er erhält seine endgültige Form, Festigkeit und Elastizität.
Qualitätskontrolle und Prüfung
Jeder Reifen durchläuft visuelle Inspektion, Röntgenprüfung zur Erkennung innerer Fehler und diverse Messungen. Stichproben werden zerstörenden Tests unterzogen.
Das Runderneuerungsverfahren im Detail
Die Runderneuerung macht alte Reifenunterkörper wieder einsatzfähig. Voraussetzung ist ein strukturell intakter Unterkörper.
Inspektion und Vorbereitung
Der Alt-Reifen wird gründlich gereinigt und inspiziert. Mittels Schergraph-Prüfung wird der Unterkörper auf versteckte Schäden untersucht. Nur einwandfreie Unterkörper werden weiterverarbeitet.
Entfernen der alten Lauffläche
Die abgefahrene Lauffläche wird maschinell abgefräst, bis ein sauberer, gleichmäßiger Untergrund entsteht. Dabei darf die Cordlage nicht beschädigt werden.
Auftragen der neuen Lauffläche
Eine vorgevulkanisierte oder rohe Gummilauffläche wird auf den vorbereiteten Unterkörper aufgezogen. Bei der Kaltrunderneuerung kommt ein kaltvulkanisierender Gummi zum Einsatz.
Vulkanisation und Endkontrolle
Der Reifen wird in einer Form unter Druck und Hitze vulkanisiert. Nach dem Abkühlen folgen Dichtigkeitsprüfung und Qualitätskontrolle wie bei Neureifen.
Qualitätsanforderungen und Normen
Reifen unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen. In Europa gelten die ECE-Regelungen 30, 54, 117 sowie für runderneuerte Reifen die ECE 108 und 109.
Wichtige Qualitätskriterien include:
- Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex
- Rollwiderstand und Kraftstoffeffizienz
- Nasshaftung und Bremsleistung
- Externe Rollgeräuschemission
- Structurelle Integrität und Haltbarkeit
Vergleich: Neuware vs. Runderneuerung
- Kriterium
- Neureifen
- Runderneuerte Reifen
- Kosten
- Höher
- 30-50% günstiger
- Ressourcenverbrauch
- Hoch
- Geringer (spart Rohmaterial)
- Lebensdauer
- Vollständig
- Abhängig von Unterkörperqualität
- Anwendungsbereich
- Alle
- Hauptsächlich Lkw, Busse, Flugzeuge
- Regulatorische Anforderungen
- ECE 30, 54, 117
- ECE 108, 109
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Bei der Runderneuerung können verschiedene Probleme auftreten. Die meisten lassen sich durch sorgfältige Arbeit vermeiden.
Unzureichende Unterkörperprüfung
Fehlerhafte Unterkörper führen zu vorzeitigem Ausfall. Lösung: Strenge Inspektion mittels Schergraph und visueller Prüfung nach definierten Kriterien.
Probleme bei der Vulkanisation
Ungleichmäßige Hitzeverteilung kann zu unvollständiger Vulkanisation führen. Lösung: Regelmäßige Wartung der Pressen und Temperaturkontrollen.
Qualitätsvariationen bei Materialien
Inkonsistente Gummiqualität beeinträchtigt die Haltbarkeit. Lösung: Einkauf bei zertifizierten Lieferanten und Eingangskontrolle der Materialien.
Checkliste für die Auswahl eines Runderneuerungsbetriebs
Zertifizierung nach ECE 108/109 oder vergleichbaren Standards
Erfahrung mit der jeweiligen Reifenart (Pkw, Lkw, Spezial)
Transparente Darstellung des verwendeten Verfahrens (Kalt-/Heißrunderneuerung)
Klare Garantiebedingungen und Rückverfolgbarkeit
Einsatz moderner Prüftechnik (Schergraph, Röntgen)
Positive Referenzen oder Kundenbewertungen
Umweltaspekte und Nachhaltigkeit
Runderneuerung spart erhebliche Ressourcen: Etwa 70% des Materials eines Reifens steckt im Unterkörper, der mehrfach genutzt werden kann. Die CO2-Bilanz runderneuerter Reifen ist deutlich günstiger als bei Neureifen.
Moderne Herstellungsverfahren reduzieren Energieverbrauch und Emissionen. Viele Betriebe recyceln Produktionsabfälle oder nutzen sie energetisch.
Häufig gestellte Fragen
Was gehört alles zur WZ-Klasse 22.11.0?
Zur WZ 22.11.0 zählen die Herstellung neuer Luftreifen aus Gummi, die Produktion von Schläuchen sowie die professionelle Runderneuerung von Reifen. Ausgeschlossen sind Reifen für Spielzeuge oder Fahrräder.
Ist runderneuerte Bereifung in Deutschland sicher?
Ja, runderneuerte Reifen unterliegen strengen Qualitätskontrollen nach ECE-Regelung 108 und 109. Bei fachgerechter Ausführung durch zertifizierte Betriebe erreichen sie ähnliche Sicherheitsstandards wie Neureifen.
Welche Materialien werden bei der Reifenherstellung verwendet?
Hauptmaterialien sind Naturkautschuk, Synthesekautschuk, Ruß, Schwefel, Textilcord und Stahlcord. Die exakte Zusammensetzung variiert je nach Reifentyp und Hersteller.