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WZ-Code 87.99.1 – Heime und Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, stationäre Hilfen zur Erziehung

Stationäre Hilfen zur Erziehung nach § 34 SGB VIII bieten Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen einen geschützten Lebensort.

Ebene Unterklasse
Tiefe 5/5
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Übersicht

Informationen zu WZ-Code 87.99.1

Vollständige Bezeichnung Heime und Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, stationäre Hilfen zur Erziehung
Abschnitt R - Gesundheits- und Sozialwesen
Abteilung 87 - Heime, ohne Erholungs- und Ferienheime
Gruppe 87.9 - Sonstige Heime, ohne Erholungs- und Ferienheime, und Tätigkeiten für stationäre Betreuung
Klasse 87.99 - Sonstige Heime, ohne Erholungs- und Ferienheime, a. n. g.
NACE Rev. 2.1 87.99.1
WZ 2008 Entsprechung 87.90.0
Kundensystematik 870

Compliance Risk Score

5 von 5 Faktoren bestanden

10 / 10
Wie wir diesen Score berechnen ->
Zuordnung

Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?

Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.

Ebenfalls relevant für

Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis

Vorgänger (WZ 2008)

Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .

Offizielle Hinweise

Umsteigeschlüssel

Im Umsteigeschlüssel ist die WZ-2008-Entsprechung als ex-Position gekennzeichnet.

Einordnung

Was umfasst der WZ-Code 87.99.1?

Stationäre Hilfen zur Erziehung nach § 34 SGB VIII bieten Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen einen geschützten Lebensort. Heime und Wohngruppen sind mehr als nur Unterkünfte – sie sind Orte der Entwicklung, der Beziehung und der professionellen Begleitung. Ob aufgrund familiärer Probleme, Entwicklungsstörungen oder akuter Gefährdung: Diese Einrichtungen stellen die Bedürfnisse der jungen Menschen in den Mittelpunkt und arbeiten eng mit Familien und Jugendämtern zusammen.

Rechtliche Grundlagen und gesetzlicher Rahmen

Die stationäre Erziehungshilfe ist im Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) verankert. § 34 SGB VIII bildet die zentrale Rechtsgrundlage für die Unterbringung in Heimen oder Wohngruppen. Der Hilfeplan nach § 36 SGB VIII sichert dabei die individuelle Ausgestaltung der Hilfe für jedes Kind.

Die Finanzierung erfolgt über das zuständige Jugendamt, wobei die Kostenübernahme von einer sorgfältigen Prüfung des Hilfebedarfs abhängt. Eltern beteiligen sich je nach Einkommen an den Kosten, wobei Härtefallregelungen existieren. Formen stationärer Hilfen: Heime und Wohngruppen im Vergleich

Stationäre Erziehungshilfen unterscheiden sich erheblich in Größe, Konzept und Betreuungsintensität.

Kinderheime: Größere Einrichtungen mit unterschiedlichen Wohnbereichen, oft mit schulischen und therapeutischen Angeboten

Wohngruppen: Kleinere, überschaubare Einheiten mit 6-10 Plätzen und familienähnlicher Struktur

Betreutes Jugendwohnen: Verselbstständigungsangebote für ältere Jugendliche mit geringerer Betreuungsdichte

Heilpädagogische Einrichtungen: Spezielle Angebote für Kinder mit Behinderungen oder Traumata

Der Alltag in stationären Einrichtungen

Ein geregelter Tagesablauf mit festen Strukturen gibt Halt und Sicherheit. Dazu gehören gemeinsame Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitaktivitäten. Pädagogische Fachkräfte begleiten die Kinder und Jugendlichen kontinuierlich und unterstützen bei schulischen, persönlichen und sozialen Herausforderungen.

Die Zusammenarbeit mit den Herkunftsfamilien variiert je nach Situation – von regelmäßigen Besuchskontakten bis hin zu begleiteten Umgängen.

Herausforderungen und kritische Aspekte

Stationäre Unterbringung bedeutet für Kinder oft Trennung von vertrauten Umgebungen. Die Eingewöhnungsphase kann emotional belastend sein, und nicht jede Einrichtung passt zu jedem Kind. Personalmangel und hohe Fluktuation bei Fachkräften können die Kontinuität der Betreuung beeinträchtigen.

Die Rückkehr in die Familie oder der Übergang in ein selbstständiges Leben erfordern sorgfältige Vorbereitung und Nachbetreuung.

Qualitätsmerkmale guter Einrichtungen

Seriöse Heime und Wohngruppen zeichnen sich durch transparente Konzepte, qualifiziertes Personal und regelmäßige Evaluation aus. Partizipation der Kinder und Jugendlichen an Entscheidungen, Beschwerdemöglichkeiten und klare Regeln gehören zum Standard.

Empfehlenswert sind Einrichtungen, die mit Schulen, Therapeuten und dem Jugendamt eng vernetzt sind und ihre Arbeit regelmäßig reflektieren.

Praxis-Tipps für betroffene Familien

Bei der Suche nach einer passenden Einrichtung helfen Gespräche mit dem zuständigen Jugendamt und persönliche Besichtigungen. Fragen Sie nach dem Betreuungsschlüssel, den Qualifikationen des Personals und dem pädagogischen Konzept. Probewohnen oder Schnuppertage können die Entscheidung erleichtern.

Bleiben Sie im Kontakt mit Ihrem Kind und den Betreuungspersonen – eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kommt allen zugute.

Häufig gestellte Fragen

Was umfasst der WZ-Code 87.99.1?

Der WZ-Code 87.99.1 beschreibt die Tätigkeit 'Heime und Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, stationäre Hilfen zur Erziehung' innerhalb der WZ 2025.