WZ-Klasse 13.91 – Herstellung von gewirktem und gestricktem Stoff
Der WZ-Code 13.91.0 klassifiziert Betriebe, die gewirkte oder gestrickte Stoffe herstellen.
Diese Klasse umfasst die Unterklasse 13.91.0 (gleiche Beschreibung).
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung vorhanden
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?
Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.
Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Zugehörige Codes
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 13.91.0?
Der WZ-Code 13.91.0 klassifiziert Betriebe, die gewirkte oder gestrickte Stoffe herstellen. Der entscheidende Punkt: Es geht ausschließlich um die Produktion der textilen Flächengebilde (Stoffbahnen), nicht um deren Weiterverarbeitung zu fertigen Produkten wie Kleidung. Diese klare Abgrenzung ist für die korrekte statistische Erfassung und betriebliche Zuordnung zwingend notwendig. Wer den Code falsch anwendet, riskiert fehlerhafte Statistiken und mögliche Rückfragen. Was Code 13.91.0 wirklich umfasst
Die Klassifikation des Statistischen Bundesamtes ist hier präzise. Zur Herstellung von gewirktem und gestricktem Stoff zählen folgende Tätigkeiten:
Die maschinelle Herstellung von Stoffen durch Wirken. Dabei werden mehrere Fadensysteme (Kett- und Schussfäden) rechtwinklig miteinander verkreuzt. Typische Beispiele sind Jersey oder Frottiergewirke für Bademäntel.
Die maschinelle Herstellung von Stoffen durch Stricken. Hierbei entstehen Maschenwaren aus einer Fadenlage, die deutlich dehnbarer sind, wie Stoffe für T-Shirts oder Pullover.
Die Herstellung von gewirkten oder gestrickten Stoffen aus verschiedenen Materialien wie Baumwolle, Chemiefasern oder Wolle.
Die Produktion von Netzstoffen, soweit diese gewirkt oder gestrickt werden.
Der gemeinsame Nenner ist immer die Erzeugung der textilen Fläche selbst, unabhängig vom späteren Verwendungszweck.
Was oft fälschlicherweise dazu gezählt wird
Die größten Missverständnisse entstehen bei der Abgrenzung zu nachgelagerten Verarbeitungsschritten. Diese Aktivitäten gehören definitiv nicht zu 13.91.0:
- Die Konfektionierung: Das Zuschneiden und Nähen der hergestellten Stoffe zu fertiger Bekleidung (dies fällt unter Code 14.19).
Die Herstellung von textilen Endprodukten wie Teppichen, Vorhängen oder Garne (dafür existieren eigene Codes wie 13.92 oder 13.10).
Die Herstellung von Vliesstoffen und Vliesen (Code 13.20), da diese nicht gewirkt oder gestrickt, sondern anders gebildet werden.
Das Stricken von fertigen Kleidungsstücken auf Flachstrickmaschinen (ebenfalls Code 14.19).
Die Zuordnung endet dort, wo der reine Stoff in ein neues, eigenständiges Produkt umgewandelt wird. Technischer Unterschied: Wirken vs. Stricken
Für die korrekte Anwendung des Codes ist das technische Verständnis der Herstellverfahren hilfreich.
Beim Wirken arbeiten mehrere Fadensysteme (Kette und Schuss) zusammen. Die Maschine verkreuzt diese Fäden rechtwinklig, ähnlich wie beim Weben, jedoch mit einer typischen Maschenbildung. Das Ergebnis sind relativ formstabile, reißfeste und oft glattrechte Stoffe, wie sie für Polohemden oder bestimmte Sporttextilien verwendet werden.
Beim Stricken wird im Regelfall nur ein Faden systemisch zu Maschen verschlungen. Dies führt zu den charakteristischen elastischen und dehnbaren Eigenschaften von Strickstoffen. Jersey für T-Shirts ist das bekannteste Beispiel. Die Methode ist generally schneller und ergibt weichere, anschmiegsamere Textilien.
Für den Code 13.91.0 ist jedoch beide Verfahren gleichermaßen relevant. Die Unterscheidung ist für die Produktqualität wichtig, nicht für die statistische Klassifizierung.
Typische Fehler und Fallstricke bei der Zuordnung
In der Praxis schleichen sich bei der Code-Vergabe häufig dieselben Fehler ein. Die häufigsten sind:
- Verwechslung mit der Konfektionierung: Ein Betrieb, der Stoffe zuschneidet und zu T-Shirts vernäht, ist kein Hersteller von gestricktem Stoff mehr, sondern von Bekleidung (14.19).
Irrtum bei Vliesstoffen: Vliesstoffe (13.20) werden mechanisch, thermisch oder chemisch verfestigt, nicht gewirkt oder gestrickt. Die optische Ähnlichkeit mancher Vliese zu Strickwaren führt hier zu Fehlern.
Unklare Haupttätigkeit: Unternehmen, die sowohl Stoffe herstellen als auch konfektionieren, müssen ihre Haupttätigkeit identifizieren. Nur diese bestimmt den primären Code. Die Nebentätigkeit wird separat erfasst.
Eine fehlerhafte Zuordnung kann zu verzerrten Branchenstatistiken führen und im schlimmsten Fall bei amtlichen Anfragen Korrekturaufwand verursachen. Abgrenzung zu anderen WZ-Codes: Eine praktische Übersicht
- WZ-Code
- Bezeichnung
- Abgrenzung zu 13.91.0
- 13.20
- Herstellung von Vliesstoffen und Vliesen
- Betrifft nicht gewirkte/gestrickte, sondern verfestigte Faservliese.
- 13.30
- Veredlung von Textilien und Bekleidung
- Umfasst das Färben, Bleichen und Ausrüsten von bereits hergestellten Stoffen (auch aus 13.91.0).
- 13.92
- Herstellung von gewirken und gestrickten Waren
- Hier geht es um fertige Waren wie Strümpfe oder Pullover, nicht um die Stoffbahnen.
- 14.19
- Herstellung von sonstiger Bekleidung
- Erfasst die Konfektionierung von Stoffen (auch aus 13.91.0) zu fertiger Kleidung.
Warum die korrekte Zuordnung wichtig ist
Der WZ-Code ist weit mehr als eine statistische Nummer. Er dient der amtlichen Statistik zur Abbildung der Wirtschaftsstruktur, ist Grundlage für branchenspezifische Erhebungen und kann auch für die Einschätzung von Unternehmen durch Banken oder Versicherungen herangezogen werden. Eine falsche Zuordnung verfälscht nicht nur das gesamte Bild einer Branche, sondern kann im Einzelfall auch dazu führen, dass ein Unternehmen in falsche Vergleichsgruppen eingeordnet wird, was beispielsweise bei Bonitätsprüfungen relevant sein kann. Fazit: Auf den Kern der Tätigkeit kommt es an
Code 13.91.0 ist klar definiert: Er fasst alle Hersteller von gewirkten und gestrickten Stoffbahnen zusammen. Sobald diese Stoffe weiterverarbeitet werden, endet der Geltungsbereich. Der häufigste Fehler ist die Vermischung mit der Konfektionierung. Für eine korrekte Anwendung muss immer die eigentliche, primäre Wertschöpfungstätigkeit des Unternehmens betrachtet werden – die Herstellung der textilen Fläche selbst.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen gewirkten und gestrickten Stoffen?
Gewirkte Stoffe (z.B. für Polohemden) entstehen maschinell mit mehreren Fadensystemen, sind formstabil und reißfest. Gestrickte Stoffe (z.B. für T-Shirts) werden aus einer Fadenlage hergestellt, sind dehnbar und weicher.
Fällt die Herstellung von fertiger Kleidung unter den Code 13.91.0?
Nein. Code 13.91.0 umfasst nur die Herstellung der Stoffbahnen, nicht deren Konfektionierung zu Bekleidung. Das ist dem Code 14.19 (Herstellung von Bekleidung) vorbehalten.
Welche typischen Fehler werden bei der Code-Zuordnung gemacht?
Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung mit der Herstellung von Vliesstoffen (Code 13.20) oder die fälschliche Einordnung der Konfektionierung von Stoffen zu Kleidung, die einen separaten Code hat.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen gewirkten und gestrickten Stoffen?
Gewirkte Stoffe (z.B. für Polohemden) entstehen maschinell mit mehreren Fadensystemen, sind formstabil und reißfest. Gestrickte Stoffe (z.B. für T-Shirts) werden aus einer Fadenlage hergestellt, sind dehnbar und weicher.
Fällt die Herstellung von fertiger Kleidung unter den Code 13.91.0?
Nein. Code 13.91.0 umfasst nur die Herstellung der Stoffbahnen, nicht deren Konfektionierung zu Bekleidung. Das ist dem Code 14.19 (Herstellung von Bekleidung) vorbehalten.
Welche typischen Fehler werden bei der Code-Zuordnung gemacht?
Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung mit der Herstellung von Vliesstoffen (Code 13.20) oder die fälschliche Einordnung der Konfektionierung von Stoffen zu Kleidung, die einen separaten Code hat.