WZ-Code 35.12.1 – Elektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern ohne Verteilung
Der Wirtschaftszweig (WZ) 35.12.1 klassifiziert Unternehmen, die elektrische Energie ausschließlich aus erneuerbaren Quellen erzeugen und diesen Strom nicht über ein eigenes Netz verteilen.
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung inkl. Hinweise (1 Notizen)
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Für welche Berufe gilt dieser WZ-Code?
Dieser WZ-Code wird anhand offizieller Berufs- und Crosswalk-Daten mit passenden Berufsprofilen verknüpft.
Ebenfalls relevant für
Quelle: ESCO-NACE-crosswalk, Stand: 2026-05-05 · offizieller Nachweis
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Offizielle Hinweise
Umsteigeschlüssel
Im Umsteigeschlüssel ist die WZ-2008-Entsprechung als ex-Position gekennzeichnet.
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 35.12.1?
Der Wirtschaftszweig (WZ) 35.12.1 klassifiziert Unternehmen, die elektrische Energie ausschließlich aus erneuerbaren Quellen erzeugen und diesen Strom nicht über ein eigenes Netz verteilen. Die Einspeisung ins öffentliche Netz oder der Direktverkahl an Dritte sind Kern dieser Tätigkeit. Diese Abgrenzung ist entscheidend für die korrekte statistische Erfassung und oft auch für Förderbedingungen. Was WZ 35.12.1 umfasst: Die Kernaktivitäten
Die Klassifikation erfasst die reine Erzeugung von Strom aus Quellen, die sich natürlich erneuern. Die Einspeisung erfolgt typischerweise in das Netz eines Dritten, etwa eines Netzbetreibers.
Stromerzeugung aus Windkraft (Onshore und Offshore)
Stromerzeugung aus Solarenergie (Photovoltaik-Freiflächenanlagen, große Dachanlagen)
Stromerzeugung aus Wasserkraft (Laufwasserkraftwerke, Speicherkraftwerke)
Stromerzeugung aus Biomasse und Biogas (aus nachwachsenden Rohstoffen oder Abfällen)
Stromerzeugung aus Geothermie
Der gemeinsame Nenner ist die fehlende eigenständige Verteilertätigkeit. Das Unternehmen ist reiner Erzeuger. Klare Abgrenzung: Was nicht zu WZ 35.12.1 gehört
Die häufigsten Fehler bei der Zuordnung entstehen durch unklare Grenzen zu anderen Codes. Folgende Tätigkeiten sind explizit ausgeschlossen:
- Die Verteilung des Stroms über ein eigenes Netz (fällt unter WZ 35.12.2 oder 35.13)
- Die Erzeugung von Strom aus nicht-erneuerbaren Quellen wie Kohle, Gas oder Kernkraft (fällt unter WZ 35.11)
- Der Betrieb von KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung), bei dem die Wärmenutzung im Vordergrund steht
- Die Herstellung von Anlagen oder Komponenten für die Stromerzeugung (gehört ins Verarbeitende Gewerbe)
Planungs- oder Ingenieursdienstleistungen für Kraftwerke
Praktische Zuordnung: Wann gilt welche Klassifikation?
Für Betreiber von Erneuerbaren-Energien-Anlagen ist die korrekte Einordnung nicht nur Formsache. Sie kann Auswirkungen auf Meldepflichten und Statistiken haben.
- Aktivität
- Zugehöriger WZ-Code
- Hinweis
- Betrieb einer Windkraftanlage mit Einspeisung ins öffentliche Netz
- 35.12.1
- Klassischer Fall
- Betrieb eines Solarparks mit Direktvermarktung
- 35.12.1
- Verteilung erfolgt durch Dritte
- Stadtwerk mit eigenem Windpark und eigenem Verteilnetz
- 35.12.2
- Kombinierte Tätigkeit aus Erzeugung und Verteilung
- Betrieb eines Gaskraftwerks
- 35.11
- Konventionelle Erzeugung
- Herstellung von Solarzellen
- 26.xx
- Verarbeitendes Gewerbe
Häufige Fehler und kritische Grenzfälle
Die Praxis zeigt wiederkehrende Probleme bei der Interpretation der Klassifikationsregeln.
Mieterstrommodelle: Erzeugt ein Unternehmen Solarstrom auf einem Dach und liefert ihn direkt an die Mieter im selben Gebäude, ohne das öffentliche Netz zu nutzen? Hier ist die Abgrenzung zwischen Erzeugung (35.12.1) und Verteilung schwierig. Eine genaue Prüfung der Netzinfrastruktur ist nötig.
Eigennutzung: Ein Unternehmen betreibt eine PV-Anlage auf dem Dach und verbraucht den Strom vollständig selbst. Da kein Verkauf oder keine Einspeisung stattfindet, ist dies keine klassische elektrizitätserzeugende Tätigkeit im Sinne der Klassifikation und fällt oft unter den Haupttätigkeitscode des Unternehmens.
Technische Dienstleistungen: Die Wartung der Anlage durch den Betreiber ist Teil der Erzeugungstätigkeit. Führt ein externer Dienstleister jedoch nur die Wartung durch, ohne Besitzer der Anlage zu sein, fällt diese Tätigkeit unter einen Dienstleistungscode (z.B. 33.xx).
Warum die korrekte Zuordnung wichtig ist
Der WZ-Code ist kein reiner Verwaltungsakt. Er dient der amtlichen Statistik und bildet die ökonomische Struktur des Landes ab. Eine fehlerhafte Zuordnung verfälscht diese Datenbasis. Für das Unternehmen selbst kann der Code in Einzelfällen auch bei der Beantragung von bestimmten Fördermitteln oder bei der Einstufung durch Versicherungen und Banken eine Rolle spielen, da er die primäre Tätigkeit definiert.
Checkliste für die eigene Einordnung
Erzeuge ich Strom? (Ja/Nein)
Kommt dieser Strom ausschließlich aus erneuerbaren Quellen? (Ja/Nein)
Verfüge ich über ein eigenes Netz zur Verteilung an Endkunden? (Ja/Nein)
Speise ich den Strom primär in ein öffentliches Netz ein oder verkaufe ich ihn direkt an Dritte (z.B. Stadtwerke)? (Ja/Nein)
Beantworten Sie die ersten drei Fragen mit Ja und die letzte mit Nein, ist WZ 35.12.1 sehr wahrscheinlich der korrekte Hauptcode. Im Zweifelsfall, besonders bei komplexen Geschäftsmodellen, sollte die zuständige IHK oder das Statistische Amt konsultiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Was umfasst der WZ-Code 35.12.1?
Der WZ-Code 35.12.1 beschreibt die Tätigkeit 'Elektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern ohne Verteilung' innerhalb der WZ 2025.