WZ-Code 25.40.3 – Herstellung von Kaltfließpressteilen
Der WZ-Code 25.40.3 bezeichnet die Herstellung von Kaltfließpressteilen – ein Verfahren zur massiven Kaltumformung von Metallen.
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung vorhanden
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 25.40.3?
Der WZ-Code 25.40.3 bezeichnet die Herstellung von Kaltfließpressteilen – ein Verfahren zur massiven Kaltumformung von Metallen. Es produziert präzise, feste Teile ohne Materialverlust, ist jedoch nicht universell einsetzbar. Die wirtschaftlichen Vorteile zeigen sich vor allem in der Serienfertigung, während Einzelstücke oder hochkomplexe Bauteile oft besser gedreht, gefräst oder warmgeformt werden. Was Code 25.40.3 tatsächlich umfasst
Die amtliche Statistik führt unter 25.40.3 explizit die Herstellung von Kaltfließpressteilen. Das Verfahren fällt unter die Druckumformung nach DIN 8583 und unterscheidet sich klar von Warmumformungs- oder Zerspanungsprozessen. Typische Produkte nach diesem Code sind:
- Achsen und Wellen für die Automobilindustrie
- Verdichterteile für die Klima- und Kältetechnik
- Präzisionsbolzen und -hülsen im Maschinenbau
Vormaterial für weitere Bearbeitungsschritte
Nicht dazu gehören gepresste Kunststoffteile, gesinterte Metallpulverteile oder warmgeformte Schmiedestücke.
Das Kaltfließpressverfahren im Kern
Beim Kaltfließpressen wird ein Metallrohling unter hohem Druck durch eine Matrize gepresst. Das Material fließt plastisch in die gewünschte Form, ohne geschmolzen zu werden. Der Prozess kaltverfestigt das Metall, was häufig zu höheren Festigkeiten führt als beim Ausgangsmaterial. Allerdings erfordert dies entsprechend dimensionierte Pressen und präzise Werkzeuge.
Vorteile, die oft überschätzt werden
Viele Quellen preisen die Materialeffizienz an. Richtig ist: Es entsteht kaum Abfall. Allerdings relativieren hohe Werkzeugkosten und der Energiebedarf der Pressen diesen Vorteil bei kleinen Stückzahlen. Die erreichbare Oberflächengüte und Maßhaltigkeit ist hoch, aber nicht besser als bei hochwertigen Zerspanungsverfahren.
Nachteile, die selten offen kommuniziert werden
Die Formfreiheit ist begrenzt. Untergeschnitte, Hinterschneidungen oder komplexe Innenkonturen sind oft nicht oder nur mit unwirtschaftlichem Aufwand realisierbar. Die maximale Bauteilgröße wird durch Presskraft und Werkzeugtechnik begrenzt. Nicht jedes Material eignet sich: Spröde Legierungen oder solche mit geringer Duktilität neigen zu Rissen.
Typische Materialien und ihre Eignung
Aluminiumlegierungen und weiche Kupferwerkstoffe lassen sich ausgezeichnet kaltfließpressen. Unlegierte und niedriglegierte Stähle sind bis zu einer bestimmten Festigkeitsgrenze gut umformbar. Harte Edelstähle, Titanlegierungen oder Gusseisen sind dagegen kaum oder nur mit prozesstechnischen Tricks und Vorwärmung geeignet – dann handelt es sich streng genommen nicht mehr um reines Kaltfließpressen. Wirtschaftlichkeit: Nicht für jede Stückzahl sinnvoll
Die hohen initialen Kosten für Formen und Werkzeuge amortisieren sich erst ab mittleren und hohen Stückzahlen. Für Prototypen oder Kleinserien ist das Verfahren wirtschaftlich meist unattraktiv. Eine realistische Kalkulation muss immer die Werkzeugkosten, die Pressenkosten pro Stück und den Materialpreisvorteil gegenüber Zerspanung gegeneinander rechnen.
Praktische Fehler und wie man sie vermeidet
Ein häufiger Fehler ist die falsche Materialauswahl. Ein vermeintlich günstigerer Stahl mit schlechterer Umformbarkeit führt zu Ausschuss und Rissen. Auch die Vernachlässigung von Wärmenachbehandlungen zur Spannungsarmglühung kann zu späteren Maßänderungen oder Sprödbrüchen führen. Die Konstruktion muss die Fließrichtung und die Grenzen des Verfahrens berücksichtigen, um unnötige Nacharbeit zu vermeiden. Fazit: Ein spezifisches Werkzeug, kein Allheilmittel
Kaltfließpressen nach WZ 25.40.3 ist ein leistungsfähiges Verfahren für die Massenproduktion einfacher bis mäßig komplexer Metallteile. Seine Stärken liegen in der Materialeffizienz und der erreichbaren Festigkeit. Für Sonderanfertigungen, Kleinserien oder hochkomplexe Geometrien bleiben Zerspanung, Sinterung oder Schmieden oft die besseren Alternativen. Die Entscheidung für oder gegen das Verfahren sollte auf einer nüchternen technischen und wirtschaftlichen Analyse basieren, nicht auf Marketingversprechen.
Häufig gestellte Fragen
Was umfasst der WZ-Code 25.40.3?
Der WZ-Code 25.40.3 beschreibt die Tätigkeit 'Herstellung von Kaltfließpressteilen' innerhalb der WZ 2025.