WZ-Klasse 24.32 – Herstellung von Kaltband mit einer Breite von weniger als 600 mm
Der Wirtschaftszweigcode 24.32.0 klassifiziert Betriebe, die Kaltband aus Stahl mit einer Breite von weniger als 600 mm herstellen.
Diese Klasse umfasst die Unterklasse 24.32.0 (gleiche Beschreibung).
Compliance Risk Score
5 von 5 Faktoren bestanden
- Offizielle Quelle verifiziert - WZ 2025 Gliederung: Code und Bezeichnung vorhanden
- Internationales Mapping - NACE Rev. 2.1 Entsprechung vorhanden
- Migration zur Vorversion - WZ 2008 -> WZ 2025 Zuordnung vorhanden
- Vollständige Hierarchie - Hierarchie vollständig: 5/5 Ebenen
- Schwellenwerte dokumentiert - Keine offiziellen Schwellenwerte je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Handels-/Export-Mapping - Keine offizielle HS/CN-Verknüpfung je WZ-Code im aktuellen Quellpaket
- Legacy-Crosswalk - Legacy-Zuordnung vorhanden (1 Codes)
Vorgänger (WZ 2008)
Offizielle Zuordnung laut Destatis-Umsteigeschlüssel: Quelle .
Zugehörige Codes
Verwandte WZ-Codes
Was umfasst der WZ-Code 24.32.0?
Der Wirtschaftszweigcode 24.32.0 klassifiziert Betriebe, die Kaltband aus Stahl mit einer Breite von weniger als 600 mm herstellen. Dieser Prozess umfasst das Kaltwalzen von vorgewalztem Warmband, um präzise Dicken, glatte Oberflächen und höhere Festigkeit zu erreichen. Typische Anwendungen finden sich in der Automobilindustrie, im Stahlbau und bei der Herstellung von Präzisionsteilen. Die Einhaltung der Breitenbeschränkung unter 600 mm ist für die Zuordnung zu diesem Code entscheidend.
Das Verfahren der Kaltbandherstellung im Detail
Die Produktion von Kaltband unter 600 mm Breite beginnt mit dem sogenannten Warmband, das als Ausgangsmaterial dient. Dieses Band durchläuft mehrere Prozessschritte, um die gewünschten Eigenschaften zu erreichen.
Beizen und Vorbehandlung
Zunächst wird das Warmband gebeizt, um Zunder und Oxide von der Oberfläche zu entfernen. Dies geschieht meist mit Salzsäure. Eine gründliche Vorbehandlung ist essentiell, da verbliebene Verunreinigungen später zu Oberflächendefekten im Kaltband führen können.
Kaltwalzen
Der Kernprozess ist das Kaltwalzen in Tandem-oder Reversierwalzwerken. Das Band wird bei Raumtemperatur durch mehrere Walzgerüste geführt und dabei um bis zu 90 Prozent reduziert. Dieser Kaltumformprozess verfestigt den Stahl, verbessert die Oberflächengüte und sorgt für eine enge Toleranz der Banddicke.
Glühen und Nachbehandlung
Das gehärtete Band wird anschließend kontinuierlich oder diskontinuierlich geglüht, um seine Duktilität wiederherzustellen und innere Spannungen abzubauen. Je nach Kundenanforderung folgen weitere Schritte wie Skin-Pass-Walzen für eine definierte Oberflächenrauheit oder Beschichtungen.
Technische Anforderungen und Normen
Für die Herstellung von Kaltband gelten strenge technische Spezifikationen, die in verschiedenen DIN-Normen und Werksstoffspecifications festgelegt sind.
Banddicke: Liegt typischerweise zwischen 0,1 mm und 3 mm, muss aber präzise und gleichmäßig sein.
Oberflächengüte: Wird nach Rauheitswerten (Rz, Ra) oder optischen Standards klassifiziert.
Planparallelität: Das Band darf keine Dickengradienten über die Breite oder Länge aufweisen.
Mechanische Eigenschaften: Streckgrenze, Zugfestigkeit und Bruchdehnung müssen den Materialvorgaben exakt entsprechen.
Häufige Fehler und betriebliche Limitationen
In der Praxis treten bei der Herstellung von schmalem Kaltband immer wieder vermeidbare Probleme auf, die Qualität und Produktivität beeinträchtigen.
Ungleichmäßige Banddicke
Eine der häufigsten Fehlerquellen ist eine variierende Banddicke über die Breite oder Länge. Ursachen können verschlissene Walzen, ungleichmäßige Kühlung oder falsche Walzkraftverteilung sein. Dies führt zu Problemen bei der Weiterverarbeitung des Bandes.
Rissbildung und Kantenrisse
Besonders bei höheren Umformgraden kann es zu Rissen an den Bandkanten kommen. Oft liegt die Ursache in einer unzureichenden Vorbehandlung des Warmbandes oder zu hohen Walzgeschwindigkeiten.
Oberflächenfehler
Eingerollter Zunder, Pickel oder Kratzer entstehen meist durch Verunreinigungen in den Walzgerüsten oder auf den Führungen. Regelmäßige Reinigung und Wartung sind hier die beste Prävention.
Abgrenzung zu anderen WZ-Codes
Code 24.32.0 ist spezifisch für Kaltband aus Stahl unter 600 mm Breite. Andere verwandte, aber separate Codes sind:
- WZ-Code
- Beschreibung
- 24.31.0
- Herstellung von Warmbreitband und Warmband von einer Breite von ≥ 600 mm
- 24.33.0
- Herstellung von Profilen durch Kaltumformen oder Falten
- 24.34.0
- Herstellung von Draht durch Kaltziehen
Für Bänder aus Nichteisenmetallen wie Aluminium (z.B. Code 24.44.0) gelten separate Klassifikationen.
Praktischer Check für die betriebliche Zuordnung
Um sicherzustellen, dass Ihr Betrieb korrekt unter 24.32.0 klassifiziert ist, prüfen Sie diese Punkte:
- Wird Stahlband kaltgewalzt?
Ist die Breite des Endprodukts stets unter 600 mm?
Handelt es sich um die primäre Herstellung, nicht nur um das Zuschneiden von breiteren Bändern?
Werden alle Prozessschritte wie Walzen, Glühen und Nachbehandlung durchgeführt?
Fazit zur Herstellung von schmalem Kaltband
Die Herstellung von Kaltband unter 600 mm Breite ist ein anspruchsvoller Prozess, der präzises Engineering und strenge Qualitätskontrolle erfordert. Die korrekte betriebliche Zuordnung zum Code 24.32.0 setzt voraus, dass alle Prozessschritte im eigenen Werk durchgeführt werden und die Breitengrenze eingehalten wird. Vermeiden Sie die typischen Fehlerquellen durch proaktive Wartung und Prozessüberwachung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Materialien werden für Kaltband unter 600 mm Breite typischerweise verwendet?
Häufig kommen unlegierte und niedriglegierte Stähle, aber auch bestimmte Edelstähle zum Einsatz. Die genaue Materialwahl hängt von den späteren Anwendungszwecken wie Tiefziehen oder Umformen ab.
Was sind die größten Qualitätsrisiken bei der Herstellung?
Häufige Qualitätsrisiken sind ungleichmäßige Banddicke, Rissbildung an den Kanten, Oberflächenfehler durch Verunreinigungen im Walzprozess und unzureichende planparallele Form.
Gilt Code 24.32.0 auch für Bänder aus Nichteisenmetallen?
Nein, der Code 24.32.0 der WZ-Klassifikation bezieht sich explizit auf die Herstellung von Kaltband aus Stahl. Für Nichteisenmetalle wie Aluminium oder Kupfer gelten andere Codes.